Prämenopause

  
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Die Prämenopause ist die erste Phase der Wechseljahre. „Prä“ bedeutet „vor“ und „Menopause“ ist der Zeitpunkt der letzten Monatsblutung. Während der Prämenopause kommt es also immer noch zu Blutungen, sie werden jedoch bei den meisten Frauen immer unregelmäßiger.

Meistens beginnt die Prämenopause schleichend über mehrere Jahre hinweg. In den ersten Jahren denken die meisten Frauen noch lange nicht an die Wechseljahre und dass diese eventuell die Ursache für ihre teils merkwürdigen Beschwerden sein könnten. Die ersten Anfänge der Prämenopause beginnen oft schon ab 35 Jahren. Mit 40 sind schon sehr viele Frauen in der Phase der Prämenopause.

Die Prämenopause ist vor allem durch einen Mangel an Progesteron gekennzeichnet. Das Progesteron wird auch Gelbkörperhormon genannt, weil es im Eierstock vom Gelbkörper hergestellt wird. Der Gelbkörper entsteht durch den Eisprung. Wenn kein Eisprung mehr stattfindet, gibt es auch keinen Gelbkörper und daher auch kaum Progesteron.

Wenn das Progesteron mehr oder weniger ausgeprägt fehlt, hat man nicht nur einen Progesteronmangel. Außerdem ist das Gleichgewicht zwischen Progesteron und Östrogenen gestört. In Relation betrachtet ist das Östrogen im Verhältnis zum Progesteron zu viel. Dieses Phänomen nennt man „Östrogen-Dominanz“ (siehe Seite 16).

Durch den Progesteronmangel und die Östrogen-Dominanz kann es in der Prämenopause zu einigen lästigen bis quälenden Beschwerden kommen.

Besonders typisch für die Prämenopause ist die Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen. Die reizbare Stimmung von Frauen in den Wechseljahren ist geradezu legendär.

Viele Frauen kennen dieses Phänomen schon von früher von den Tagen kurz vor der Periodenblutung, dem prämenstruellen Syndrom (PMS). Die vielfältigen Beschwerden des prämenstruellen Syndroms können in der Prämenopause zum Dauerzustand werden, der die meisten Tage des Monats andauert.

Zusätzlich zur Reizbarkeit lagern viele Frauen vermehrt Wasser ein, vor allem in der Bauchgegend. Häufig kommt es auch zu einer Gewichtszunahme trotz gleichbleibender Nahrungsmenge.

Bei manchen Frauen schmerzen aus scheinbar unerklärlichen Gründen die Gelenke und die Beweglichkeit lässt schlagartig nach.

Nicht wenige Frauen bekommen in dieser frühen Phase der Wechseljahre auch Gallensteine, eine Schilddrüsen-Unterfunktion, regelmäßige Migräne-Attacken oder Depressionen.

Da sich die betroffenen Frauen meistens noch zu jung für die Wechseljahre fühlen, suchen sie verzweifelt nach einer Ursache für ihre Beschwerden. Auch viele Ärzte erkennen häufig nicht die Bedeutung der Prämenopause oder wollen die Diagnose „Wechseljahre“ möglichst lange hinauszögern. Das führt oft zu ausgedehnten Arztbesuch-Odysseen, bis die Wechseljahre eines Tages nicht mehr zu übersehen sind.

Die ersten Hitzewallungen zeigen vielen Frauen schließlich deutlich, dass sie in den Wechseljahren sind. Zwar erleben die meisten Frauen im Laufe der Wechseljahre diese typischen Wallungen, bei denen die innere Hitze von unten kommend bis in den Kopf aufsteigt, aber ein knappes Drittel wird von ihnen verschont. Ein Vorteil der Hitzewallungen ist jedoch, dass sie deutlich machen, woher die eventuellen anderen Beschwerden stammen.

In der Prämenopause kommt es meistens nur noch unregelmäßig zu Eisprüngen. Das führt bei vielen Frauen zu kurzen Menstruationszyklen. Abstände von nur drei Wochen zwischen den Blutungen sind keine Seltenheit.

Hin und wieder kommt es jedoch auch schon zu ausgedehnten Pausen zwischen den Perioden. Bei den ersten derartigen Pausen machen viele Frauen einen Schwangerschaftstest, weil ihnen oft noch gar nicht bewusst ist, dass sie in den Wechseljahren sind. In der Prämenopause kann es aber auch durchaus noch zu Schwangerschaften kommen. Daher ist ein Schwangerschaftstest in dieser Situation eine sinnvolle Maßnahme.

Wegen des Progesteron-Mangels sind die Blutungen in der Prämenopause oft besonders stark ausgeprägt.

Bei manchen Frauen dauern sie auch sehr lange an und hören mitunter nicht mehr von selber auf. In diesem Fall sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen. Häufig ist eine Eierstockzyste verantwortlich für die ausdauernde Blutung. Mithilfe einer kurzzeitigen Hormonbehandlung hört die Blutung meistens auf und die Zyste bildet sich zurück.



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