Heilpflanzen

  
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Heilkräuter sind seit alters her bekannt zur Linderung von Wechseljahrsbeschwerden.

Einige Heilpflanzen, wie beispielsweise die Schafgarbe oder der Frauenmantel, sind alte Klassiker in der pflanzlichen Frauenheilkunde.

Andere hingegen, beispielsweise die mexikanische Yamswurzel oder die nordamerikanische Traubensilberkerze, gewinnen hierzulande erst in letzter Zeit an Bedeutung.

Man kann Heilpflanzen als Tee, als Tinktur und manchmal auch in Tablettenform anwenden. Die Wahl der Zubereitungsform hängt in erster Linie von persönlichen Vorlieben ab.

Außer Heilpflanzen, die sich generell zur Behandlung aller Wechseljahrsbeschwerden eignen, weil sie auf das weibliche Hormonsystem einwirken, gibt es auch hunderte von Heilpflanzen, die gezielt gegen einzelne Beschwerden helfen. Letztere werden bei der Beschreibung der verschiedenen Beschwerden aufgelistet (siehe ab Seite 45).

Hier werden einige der wichtigsten Frauenheilpflanzen für die Wechseljahre kurz vorgestellt:

Mönchspfeffer - Vitex Agnus Castus

Die Samen des Mönchspfeffers fördern die körpereigene Bildung von Progesteron. Daher ist Mönchspfeffer vor allem in den ersten Jahren der Wechseljahre sehr wichtig und hilfreich.

Mönchspfeffer hilft vor allem gegen Hitzewallungen, Reizbarkeit, geschwollene Brüste, Periodenkrämpfe und Zyklusunregelmäßigkeiten.

Die beliebteste Anwendungsform des Mönchspfeffers sind Tabletten, die man in Apotheken kaufen kann.

Traubensilberkerze - Cimicifuga racemosa

Die Wurzel der Traubensilberkerze fördert die körpereigene Östrogen-Produktion und teilweise auch die Progesteronproduktion. Daher eignet sie sich besonders für die fortgeschrittenen Wechseljahre.

Die Traubensilberkerze hat außerdem noch direkte Heilwirkungen auf den Körper, weil sie krampflösend, entzündungshemmend und schmerzstillend wirkt.

Daher kann man die Traubensilberkerze unter anderem gegen Hitzewallungen, Schlaflosigkeit, leichte Depressionen, trockene Haut und Gelenkbeschwerden einsetzen.

Die beliebteste Anwendungsform der Traubensilberkerze sind Tabletten, die man in Apotheken kaufen kann.

Schafgarbe - Achillea millefolium

Die Schafgarbe ist eine alte mitteleuropäische Heilpflanze mit sehr vielseitigen Heilwirkungen. Sie wirkt unter anderem krampflösend, entzündungshemmend, blutstillend und stärkend auf die Blutgefäße.

Außerdem enthält die Schafgarbe pflanzliche Hormone, die dem Progesteron ähnlich sind. Daher kann man sie bei Progesteronmangel, vor allem zu Beginn der Wechseljahre einsetzen.

Außer gegen die üblichen Wechseljahrsbeschwerden kann man die Schafgarbe unter anderem gegen Menstruationsbeschwerden, Durchblutungsstörungen und Hautprobleme einsetzen.

Das blühende Kraut der Schafgarbe wird gerne als Tee angewendet.

Frauenmantel - Alchemilla vulgaris

Auch der Frauenmantel ist eine klassische Frauen-Heilpflanze. Er enthält geringe Mengen progesteronähnliche Wirkstoffe.

Daher eignet sich der Frauenmantel zu allgemeinen Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden. Außerdem ist der Frauenmantel bekannt als Heilpflanze gegen Beschwerden der Unterleibsorgane, beispielsweise Menstruationsbeschwerden oder Weißfluss.

Frauenmantel wird gerne als Tee angewendet.

Rotklee - Trifolium pratense

Der Rotklee ist in den letzten Jahren als Heilpflanze gegen Wechseljahrsbeschwerden sehr beliebt geworden. Das liegt daran, dass Rotklee, ähnlich wie die Sojabohne, Isoflavone enthält. Isoflavone sind östrogenartige Substanzen. Außerdem enthält Rotklee noch weitere östrogenartige Substanzen.

Daher werden Rotklee-Präparate gegen den Östrogenmangel in den Wechseljahren eingesetzt.

Bei der Anwendung von Heilpflanzen mit östrogenartigen Substanzen sollte man jedoch berücksichtigen, dass sie eine bestehende Östrogen-Dominanz verstärken könnten. Daher wendet man sie besser erst in der zweiten Hälfte der Wechseljahre, wenn nicht nur das Progesteron, sondern auch die Östrogene erniedrigt sind.

Soja - Glycine max

Die Sojabohne enthält, ebenso wie der Rotklee, Isoflavone. Isoflavone sind östrogenartige Substanzen. Außerdem enthält die Sojabohne weitere östrogenartige Substanzen.

Deswegen werden Präparate aus der Sojabohne gegen Wechseljahrsbeschwerden angeboten.

Bei der Anwendung von Heilpflanzen mit östrogenartigen Substanzen sollte man jedoch berücksichtigen, dass sie eine bestehende Östrogen-Dominanz verstärken könnten. Daher wendet man sie besser erst in der zweiten Hälfte der Wechseljahre, wenn nicht nur das Progesteron, sondern auch die Östrogene erniedrigt sind.

Johanniskraut - Hypericum perforatum

Johanniskraut ist eine beliebte Heilpflanze zur Behandlung von leichten bis mittelschweren Depressionen. Außerdem wirkt Johanniskraut beruhigend auf ein gereiztes Nervensystem. In geringen Mengen enthält Johanniskraut auch östrogenähnliche Substanzen.

In den Wechseljahren wird Johanniskraut vor allem wegen der antidepressiven Wirkung eingesetzt. Aber auch seine anderen Wirkungen werden gerne genutzt.

Man kann Johanniskraut sowohl als Tee oder Tinktur als auch als Fertigpräparat anwenden.

Melisse - Melissa officinalis

Die Melisse ist traditionell eine beliebte Heilpflanze in der Frauenheilkunde.

Sie wirkt vor allem beruhigend auf ein unruhiges Nervensystem. Man kann sie gegen Schlagstörungen und Stimmungsschwankungen einsetzen. Auch gegen Migräne kann Melisse helfen.

Bei Müdigkeit und Antriebsschwäche kann die Melisse sanft anregend wirken. Das klingt zwar paradox in Hinblick auf die beruhigende Wirkung. Es ist aber nicht paradox, sondern hängt damit zusammen, dass die Melisse ausgleichend auf die Nerven wirkt.

Melisse hat außerdem leichte progesteron- und östrogenähnliche Wirkungen und eignet sich daher sehr gut gegen Wechseljahrsbeschwerden.

Man kann Melisse als Tee, als Tinktur, als ätherisches Öl und als Fertigpräparat anwenden.

Passionsblume - Passiflora incarnata

Die Passionsblume ist eine Heilpflanze mit vorwiegend beruhigender Wirkung.

Sie enthält außerdem geringe Mengen progesteronartige Substanzen. Daher eignet sich die Passionsblume sehr gut, um die Unruhe und Reizbarkeit der frühen Wechseljahre zu behandeln.

Auch gegen Schlafstörungen im weiteren Verlauf der Wechseljahre kann man die Passionsblume anwenden.

Die Passionsblume kann man sehr gut als Tee trinken. Auch in manchen Fertigpräparaten ist sie enthalten.

Nachtkerze - Oenothera biennis

Die Samen der Nachtkerze enthalten in ihrem Öl unter anderem progesteronähnliche Substanzen.

Daher kann man sie gegen Wechseljahrsbeschwerden einsetzen. Außer gegen die typischen Wechseljahrsbeschwerden hilft die Nachtkerze auch gegen trockene Haut.

Man kann sie in Form von Kapseln anwenden.


 

Phytohormone

Viele Pflanzen enthalten hormonähnliche Substanzen, die "Phytohormone" genannt werden.

Diese Phytohormone können den verschiedensten Hormonen ähneln. Für die Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden sind vor allem Phytohormone interessant, die dem Progesteron und den Östrogenen ähneln. Sie wirken zwar nicht genau so wie die menschlichen Hormone, können aber teilweise deren Aufgaben übernehmen.

Manche Pflanzen enthalten in erster Linie progesteronähnliche Phytohormone, andere östrogenähnliche Phytohormone (Phytoöstrogene) und wieder andere eine Mischung aus beiden.

Der Gehalt an Phytohormonen ist unterschiedlich hoch. Einige Phytohormon-Pflanzen enthalten einen hohen Anteil dieser Substanzen, bei zahllosen anderen sind nur geringe Spuren Phytohormone enthalten.

Für die Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden sind vor allem die Pflanzen mit einem hohen Phytohormon-Anteil von Interesse.

Es gibt sowohl Heilpflanzen mit Phytohormonen als auch Nahrungspflanzen, die Phytohormone enthalten. Je nach Art der Pflanze kann man sie als Tee trinken, essen oder als Medikament einnehmen.

Hier folgt eine kleine Auswahl besonders wichtiger Phytohormon-Pflanzen:

Progesteronartige-Phytohorm.

Östrogenartige-Phytohormone

Heilpflanzen

Nahrung

Heilpflanzen

Nahrung

Mönchspfeffer

Karotte

Rotklee

Soja

Yamswurzel

Salat

Hopfen

Granatapfel

Schafgarbe

Papaya

Johanniskraut

Apfel

Frauenmantel

Alfalfa

Baldrian

Leinsamen

 

Die Yamswurzel und Sojabohnen werden übrigens auch verwendet, um daraus im Labor naturidentische Hormonpräparate herzustellen (siehe Seite 43).

 

 

Teemischungen für die Wechseljahre

Für die verschiedenen Phasen der Wechseljahre kann man sich Teemischungen zusammenstellen, die gegen die jeweils besonders aktuellen Beschwerden helfen können.

Bei den nachfolgenden Teemischungen sind jeweils Kräuter mit 100 Gramm pro Mischung zusammengestellt. Diese 100 Gramm stellen einen gewissen Vorrat dar.

Für eine Tasse Tee nimmt man davon einen gehäuften Teelöffel und überbrüht ihn mit kochendem Wasser. Dann lässt man den Tee 10 bis 15 Minuten ziehen. Anschließend trinkt man ihn in kleinen Schlucken. Am besten trinkt man täglich drei Tassen der jeweils passenden Teemischung.

Teemischung für die Prämenopause

Diese Teemischung ist besonders für den Anfang der Wechseljahre geeignet, wenn in erster Linie das Progesteron verringert ist.

Die Kräuter helfen gegen den Progesteronmangel, wirken harmonisierend und lindern Kopfschmerzen, Hitzewallungen und Wasseransammlungen.

·         30 gr Schafgarbe

·         20 gr Frauenmantel

·         20 gr Melisse

·         10 gr Hauhechel

·         10 gr Lavendel

·         10 gr Passionsblume

Teemischung für die Perimenopause und Postmenopause

Diese Teemischung eignet sich für die zweite Hälfte der Wechseljahre.

Sie hilft gegen Östrogenmangel, und wirkt unter anderem stimmungsaufhellend, entspannend, schweißhemmend und gegen Hitzewallungen.

·         20 gr Johanniskraut

·         20 gr Angelika

·         20 gr Ginseng

·         20 gr Salbei

·         10 gr Hopfen

·         10 gr Süßholz



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